Beispiel: Prozessverbesserung nach CMMI (Staged) | |
CMMI stellt keine schlüsselfertige Prozessdefinition dar, sondern ist als Assessment-Bewertungsmodell zu verstehen. Da jede Organisation naturgemäß anders ist und unterschiedliche Abläufe und Zwischenergebnisse benötigt, kann es dafür keinen detaillierten Standardprozess geben. Der nachfolgende Ablauf stellt den typischen Ablauf einer CMMI-Prozessberatung vor. | |
Das Team | |
Rollen | Im Beraterteam müssen drei Rollen besetzt sein:
Drei Rollen bedeuten natürlich nicht, dass immer drei Berater erforderlich sind. Je nach Intensität der Maßnahme und Erfahrung können die Rollen von zwei oder – in seltenen Fällen von einem Berater besetzt sein. |
Der Ablauf | |
Phasen | Eine typische CMMI-Prozessverbesserung durchläuft folgende Phasen:
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Phasen im Einzelnen | Die Phasen im Einzelnen: 1. VorgesprächEs muss geklärt werden, in welchem Umfang die Prozessverbesserungsmaßnahme durchgeführt wird. Dazu gehört insbesondere eine organisatorische Festlegung, in welchem Bereich die neuen Prozesse gültig sein sollen, z.B. Abteilung, Bereich, bestimmte Projekte, deutschland-/europa-/weltweit etc. Auch der erforderliche Zuschnitt des CMMI-Modells muss ausgewählt werden (z.B. CMMI for Development). Diese Aufgabe wird vom Executive Consultant (EC) betreut. 2. GAP-AnalyseIm ersten Schritt des Projekts wird das CMMI-Modell dazu verwendet, offene Punkte zu erörtern und Aufgaben für die Arbeitspakete festzuhalten. Diese Aufgabe übernimmt der Senior Process Consultant (SPC), unterstützt durch den Process Engineer (PE). 3. PlanungsrundeDie Ergebnisse der GAP-Analyse werden dem Auftraggeber (i.d.R. Management-Team) vorgestellt. Anschließend wird eine Planung erstellt und budgetiert. Diese Aufgabe wird seitens des Beratungsteams vom Executive Consultant (EC) betreut. 4. Projekt-SetupIn Zusammenarbeit mit dem Management-Team werden die Experten ausgewählt, die das erforderliche Wissen für die jeweiligen Prozessbereiche besitzen und ausreichende Führungsqualitäten besitzen (Akzeptanz, Meinungsführung). Die Experten, angeführt von einem kundenseitigen Projektleiter, bilden das Project Action Team (PAT). Diese Aufgabe übernimmt der Senior Process Consultant. 5. Big PictureEs werden erste Process-Workshops durchgeführt, die einen durchgängigen Produkt- bzw. Projekt-Lebenszyklus abdecken. Am Ende dieser Phase liegt eine grobe, graphische und textuelle Prozessübersicht und eine Beschreibung der Schlüsselrollen vor. Diese Aufgabe übernimmt der Senior Process Consultant (SPC), unterstützt durch den Process Engineer (PE). 6. Konzept-RolloutDieser wichtige Meilenstein dient dazu, den Entwurf der Prozesslandschaft allen Schlüsselpersonen (Management-Team, mittleres Management, Qualitätssicherung, Experten) vorzustellen und es mit ihnen als Arbeitsannahme verbindlich abzustimmen. Diese Aufgabe übernehmen Executive Consultant (EC) und Senior Process Consultant (SPC). 7. ProzessentwicklungNun wird der Prozessmodell im Detail ausgearbeitet. Dies geschieht mithilfe von Workshops, Reviews, Diskussionsrunden und kleineren Testläufen. Die erste Version der Prozessbeschreibungsdokumente wird in der Regel von Beratern erstellt und in Zusammenarbeit mit den dem Process Action Team weiterentwickelt. Es ist aber auch denkbar, dass die ersten Versionen direkt von Prozessexperten erstellt werden. Auswahl, Integration und Einführung für den neuen Prozessentwurf erforderlichen Tools (Anforderungsmanagement-Tools, Fehlerverwaltung, CASE-Tools, Projektplanungstools, etc.) findet in dieser Phase statt. Diese Aufgabe wird von Senior Process Consultant (SPC) und Process Engineer (PE) betreut. 8. PilotierungDie Pilotierung kann für alle Prozessbereiche simultan oder für einzelne Prozessbereiche durchgeführt werden. In dieser Phase geht es darum, die bisher erarbeiteten Arbeitsabläufe „live“ auf ihre Akzeptanz und Tauglichkeit zu prüfen. Dieser Schritt ist besonders kritisch, da nun für alle in die Pilotprojekte involvierten Mitarbeiter der betroffenen Organisationsbereiche aus der „Trockenübung“ ein „Ernstfall“ wird. Diese Aufgabe wird von Senior Process Consultant (SPC) und Process Engineer (PE) betreut. 9. Rollout und CoachingNach der erfolgreichen Pilotierung und aller daraus resultierenden Korrekturmaßnahmen wird der neue Prozess an die zuständige Organisationseinheit (in der Regel Qualitätssicherung) übergeben und „scharfgeschaltet“. Alle Mitarbeiter erhalten eine Prozess-Schulung und werden anschließend vom Process Action Team und den Beraterern unterstützt. Diese Aufgabe wird von Senior Process Consultant (SPC) und Process Engineer (PE) betreut. 10. AssessmentDie Erfolgsbewertung der bisherigen Arbeit findet in Form einer internen oder (besser) externen Bewertung statt. Der Executive Consultant (EC) kann hierbei helfen, einen externen Lead Appraiser zu empfehlen, der eine grundlegende Bewertung der Prozessqualität vornimmt. |
Rahmenbedingungen | |
Rahmen- | Damit ein Prozessverbesserungsprojekt gelingen kann, müssen einige Regeln beachtet werden, unter anderem:
Ergänzend darf nicht unerwähnt bleiben, dass eine konsequente Entschlossenheit der Unternehmensführung, mögliche Widerstände gegen die aus den Prozessverbesserungsmaßnahmen resultierenden organisatorischen Veränderungen zu managen, die fundamentale Voraussetzung für jedes CMMI-Projekt darstellt. |
Fazit | |
Fazit | Prozessverbesserungsmaßnahmen gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben, die ein Berater durchführen kann. Da CMMI kein konkretes Prozessmodell vorgibt, ist eine langjährige, praktische Erfahrung der Berater entscheidend. Werden die Rahmenbedingungen konsequent berücksichtigt, so steht dem Erfolg des CMMI-Projekts nichts mehr im Wege. |